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Aktuelles

Legehennenberichterstattung

Pressemitteilung vom 27.02.2013

Kunden im Bio-Fachhandel profitieren von transparenten Lieferketten

BNN fordert bessere Kontrollen in der LegehennenhaltungIn Deutschland und in den Niederlanden laufen derzeit Ermittlungen gegen 200 Legehennenbetriebe, die jeweils mehr Hennen als gesetzlich erlaubt gehalten haben sollen. Betroffen sind laut Staatsanwaltschaft in der Mehrzahl konventionelle und einige ökologisch geführte Höfe.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. (BNN) fordert angesichts der viel zu lange nicht erkannten „Überbelegung“ auf zahlreichen Geflügelfarmen eine Verbesserung der Kontrollen, und zwar sowohl bei der staatlichen Überwachung von Tierhaltern durch die Behörden der Bundesländer, bei der freiwilligen Eigenkontrolle einiger konventioneller Hennenhalter als auch bei der Öko-Kontrolle nach EU-Öko-Verordnung. „Der Fall zeigt: Bei der Kontrolle und Überwachung von Tierschutzstandards gibt es Lücken, die Betrüger ausnutzen können“, so BNN-Geschäftsführerin Elke Röder.
Für den BNN und seine Mitgliedsunternehmen zeigt der Skandal deutlich, dass die gesamte Lebensmittelwirtschaft umsteuern muss. Erzeuger und Verarbeiter, auch im Biobereich, werden von Discountern und Lebensmittelketten massiv unter Druck gesetzt, möglichst billig zu produzieren. Im Naturkost-Fachhandel sind Bio-Eier im Schnitt 11 Cent teurer als Bio-Eier im Discount. Nur mit diesem höheren Preis lassen sich verantwortungsvolle und tiergerechte Aufzucht und Haltung dauerhaft finanzieren.
Bio-Eier im Fachhandel stammen bevorzugt von selbständigen bäuerlichen Betrieben in der Region, bei denen eine überschaubare und begrenzte Herdengröße eine gute Betreuung ermöglicht. Oft sind es Mitglieder von Bio-Anbauverbänden wie Gäa, Demeter und Bioland, die noch höhere Anforderungen an ihre Tierhalter stellen als die EU-Öko-Verordnung vorgibt. Naturkost-Großhändler und viele Bio-Einzelhändler stehen im persönlichen Kontakt mit ihren Eier-Lieferanten und besuchen deren Betriebe. Auch Kunden können sich jederzeit die Namen der Lieferanten nennen lassen und sich auf dem Hof persönlich ein Bild machen.
Insgesamt hat der Naturkosthandel mit knapp fünf Prozent nach wie vor einen vergleichsweise kleinen Anteil am Bio-Eiermarkt: Von rund 640 Millionen Bio-Eiern, die 2012 in Deutschland gekauft wurden, gingen nur 29 Millionen in Bio-Fachgeschäften und Bio-Supermärkten über die Theke (Quelle AMI). Insgesamt werden etwa zwei Millionen Legehennen in Deutschland ökologisch gehalten; und etwa fünf Prozent aller verkauften Eier sind Bio-Eier.
„Auch und gerade die großen Konzerne im Lebensmittelhandel haben also eine moralische Verantwortung und dürfen nicht allein auf das billigste Ei setzen, schon gar nicht bei Bio“, fordert Elke Röder. Sollte sich im Zuge der Ermittlungen herausstellen, dass auch Biobetriebe gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen haben, so müsse dieser Betrug geahndet werden. Schließlich wurden nicht nur Verbraucher getäuscht, sondern auch der Ruf einer Branche und die der seriös und verantwortungsvoll arbeitenden Betriebe aufs Spiel gesetzt.

Kontakt für die Medien:
Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN e.V.)
Elke Röder
030/ 8471224-24
presse@n-bnn.de

Demeter-Produkt des Jahres 2013

Die Leser der Kundenzeitschrift „Demeter Journal“ haben entschieden: Espresso Kaapi Kerala (ganze Bohne) von Lebensbaum ist Demeter-Produkt des Jahres 2013. Das würzige Aroma hat dabei ebenso überzeugt wie die langjährige Kooperation mit den Anbau-Partnern. Genau das sind nämlich die Pluspunkte des neuen Demeter-Produkt des Jahres 2013: Anspruchsvolle Anbautradition, vorbildlicher Naturschutz und eine gekonnte Veredlung kommen im Kaapi Kerala zusammen. Das würzig-intensive Aroma des ersten Demeter-Espressos wird gekonnt aus den Arabica- und Robustabohnen komponiert. Sie reifen biodynamisch kultiviert und geschützt unter Schattenbäumen auf den Plantagen eines langjährigen Lebensbaum-Partnerbetriebes in Südindien und auf der ältesten Demeter-Finca in Mexiko. Dank intensiver Präparatewirtschaft wurde dort der Boden immer fruchtbarer. Das prägt ebenso wie das Höhenklima den Geschmack der Kaffeebohnen, der durch die schonende Röstung perfekt ausbalanciert wird. Die beiden Erzeugerbetriebe gelten weit über den biodynamischen Anbau hinaus als Vorzeigeprojekte, wenn es um den Einsatz für Natur und Mensch vor Ort geht und wurden vielfach ausgezeichnet. Für Ulrich Walter, Gründer und Geschäftsführer von Lebensbaum, ist die Entscheidung der KundInnen Bestärkung für sein langjähriges Engagement für biodynamische Projekte und für die Genussorientierung seiner Produkte.
Demeter-Vorstand Klemens Fischer erklärt: „Für die Demeter-Markengemeinschaft ist die Verbindung in der Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher schon immer wesentlich. Wie stark sich qualitätsbewusste Konsumenten für die vertrauenswürdigste Bio-Marke begeistern, zeigt die hohe Beteiligung an der Wahl zum Demeter-Produkt des Jahres. Darauf sind wir stolz und freuen uns, mit der neuen Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft bewussten Genießern noch mehr Beteiligung  zu bieten.“
Auch die anderen von der Jury vor-ausgewählten Demeter-Lebensmittel fanden positives Echo bei der Wahl zum Produkt des Jahres: Erdbeere Fruchtjoghurt mild von der Molkerei Schrozberg, Ofengetrocknete Amfissa Oliven mit Stein in Olivenöl nativ extra von Naturata, Gekochte Rote Beete im Vakuumbeutel vom Demeter Nordseeküstengemüse, Sonam’s Tsampa von ErdmannHAUSER und Demeter-Schinkenwurst grob von der Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall erhielten viel Zustimmung.

Ehrenpreis der Jury für Taifun-Seidentofu
Eine kompetente Jury aus Verarbeitungs- und Ernährungsexperten hat zudem wieder einen Ehrenpreis ausgelobt. Er geht 2013 an den Demeter-Seidentofu der Marke Taifun. Der Freiburger Tofu-Spezialist hat damit ein innovatives und vielseitiges Lebensmittel im Angebot, das in der Küche als Alternative für Milchprodukte verwendet werden kann und daher voll im veganen Trend liegt. Taifun engagiert sich seit mehr als 15 Jahren für Sojavertragsanbau in der Region und Europa, wo mittlerweile mehr als 70 % der Ernte ihren Ursprung haben. Die Demeter-Sojabohnen für den Seidentofu stammen von einem Familienbetrieb in Kanada, mit dem Taifun bereits seit langen Jahren zusammenarbeitet.

Filmtipp: Water Makes Money

Am 14.2.2013 soll im Pariser Justizpalast der Prozess gegen den Film "Water Makes Money" stattfinden. Der Konzern Veolia klagt, weil er sich durch die Verwendung des Begriffs "Korruption" verleumdet fühlt. Nicht die im Film gezeigten Fakten werden bestritten, nur "Korruption" hätte man sie nicht nennen dürfen. Man wolle den Film nicht verbieten, hatte der Pressechef von Veolia Wasser Matthias Kolbeck seit zwei Jahren stets in öffentlichen Veranstaltungen beteuert. Aber sollte Veolia den Prozess gewinnen, ist zu erwarten, dass die Zensur der Filmstellen, die der Konzern als Verleumdung ansieht, gefordert werden wird.
Gerade in diesen Tagen versucht die EU-Kommission, alle Kommunen zur Ausschreibung der Wasserversorgung zu zwingen. Dadurch werde das Trink- und Abwasser günstiger, urteilte die sog. Stearing Kommission. Sie hat den entsprechenden Gesetzentwurf ausgearbeitet, und das ARD-Magazin Monitor hat aufgedeckt, dass dort fast alle privaten Wasserkonzerne der Welt vertreten sind. Diese arbeiteten ein Gesetz aus, das der Privatisierung der Wasserversorgung Tür und Tor öffnet. Derartige Verquickung von Öffentlichem und Privaten stellt der Film "Water Makes Money" in den vielen Varianten der Wirklichkeit dar.

Über den Film: Wasser ist neben der Luft das wichtigste Element auf der Welt. Am 27. 7. 2010 wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser von der UN  in die allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Und doch wird das Wasser zunehmend den Geschäftsinteressen privater Konzerne unterworfen -Überall, wo finanzschwache Kommunen nach Entlastung suchen, stehen die zwei weltgrößten Wasserkonzerne Veolia oder Suez vor der  Tür. Gemeinsambilden sie eine undurchsichtige Macht, die etwa in Frankreich bereits 80 Prozent der Bevölkerung mit Wasser versorgt. Die Folgen: rasant gestiegene Verbraucherpreise, gesunkene Wasserqualität.
Der Film dokumentiert, die Intransparenz  des Marktes und die korrupten Methoden, mit denen sich Gemeinden ihr Wasser abhandeln lassen. Gewinne fließen an die Aktionäre, unternehmerische Risiken zahlen die Steuerzahler. Und er zeigt, wie Menschen für eine öffentliche Kontrolle des Wassers kämpfen und es gelingt, unser Lebenselixier Wasser wieder zurück zu gewinnen.

Arte zeigt den Film aus Solidarität am 12.02.2013 um 22 h.


Letzte Aktualisierung: 21.05.2013 um 20:43 Uhr